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Die Hallesche Goethegesellschaft will sich verjüngen

Von Steffen Drenkelfuß

Deutschlands Vereine haben ein Problem: die zunehmende Vergreisung. Eine Situation, vor der auch die hallesche Goethegesellschaft steht. Deshalb will die Interessensgemeinschaft zur Pflege des Erbes Johann Wolfgang von Goethes den Nachwuchsmangel jetzt offensiv angehen. „Wir wollen uns jungen Menschen öffnen und Goethes Werk als wichtigen Baustein abendländischer Kultur zeitgemäß nahe bringen“, sagt Vereinsvorsitzender Hans- Joachim Kertscher. Kertscher, im Hauptberuf Uni-Professor für Deutsche Literatur, kennt die Vorurteile, die sich um Literatur und Kunst ranken, nur zu gut. „Wir sind kein elitärer Klub von Kulturverwaltern, sondern Freunde Goethes und dessen Zeit.“ Halles Goethegesellschaft, 50 Mitglieder stark, integriert so unterschiedliche Gruppen wie Akademiker, Handwerker, Lehrer und Studenten. Aber warum sollten junge Menschen sich überhaupt für Goethe und die Deutsche Klassik interessieren? „Weil die Klassik viele Denkanstöße für heutige Probleme, seien es zwischenmenschliche Beziehungen oder politische Auseinandersetzungen, bietet.“ Deshalb lädt die Goethegesellschaft Halle interessierten Nachwuchs ein, am Jahresprogramm 2007 teilzunehmen. Einmal im Monat findet im Sitzungszimmer des Melanchthonianums am Universitätsplatz 8/9 eine Zusammenkunft mit Vortrag statt. Die neue Website der Gesellschaft informiert ganz zeitgemäß über alle Termine.

aus: AHA ! - Alles für Halle, 02/2007